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Was ist Nutzwertjournalismus?A) Definition 2009 „Damit lässt sich eine Definition des Nutzwertjournalismus finden, die diesen als eine Ausprägung des Journalismus innerhalb eines funktional ausgerichteten, von journalistischen Akteuren geprägten Handlungs- und Sinnzusammenhangs bestimmt, die nicht vom Denken in Systemen, Handlungsprogrammen oder Strukturen geprägt ist sowie einzelne und in Kollektiven auftretende Rezipienten als existent berücksichtigt. Der Nutzwertjournalismus ist geleitet von der Intention der Journalisten, Kommunikationsangebote an die antizipierten Rezipienten zu machen, die diese als unterstützend, anwendbar und/oder umsetzbar im individuellen praktischen Leben interpretieren. Die Intention ist dabei geprägt von den vermuteten oder belegten Erwartungen der Rezipienten. In den Publikationen ist die journalistische Intention als dominierende Kommunikationsabsicht manifestiert und mit einer oder mehreren der grundlegenden Funktionen der Anleitung, des Appells, der Problemdiagnose, der Problemlösung, der Warnung oder der konkreten Orientierung verbunden. Der Nutzwertjournalismus tritt in allen Mediengattungen auf, ist thematisch universell und manifestiert sich in einer Vielzahl verschiedener Darstellungs- und Präsentationsformen.“ (Quelle: Eickelkamp 2009: 415) B) Definition 2004 „Das maßgebliche Unterscheidungsmerkmal des Nutzwertjournalismus gegenüber anderen journalistischen Formen ist seine dominierende Kommunikationsabsicht, die den Rezipienten in einer Handlungsabsicht unterstützt.“ (Quelle: Eickelkamp 2004: 16) im Einzelnen: (Auszug aus: Eickelkamp, Andreas: Was ist Nutzwertjournalismus? Eine Definition: In: Fasel, Christoph: Nutzwertjournalismus. Konstanz: UVK. 2004. S. 14-20)
Wichtig für die Definition als Nutzwertjournalismus ist die Frage, was der Journalist mit welchen Mitteln beim Leser, Zuschauer oder Zuhörer erreichen will. Betrachtet wird dabei das direkte Verhältnis des Journalisten zum Rezipienten. Worin besteht nun die dominierende Kommunikationsabsicht des Nutzwertjournalismus? Sie besteht darin, dem Rezipienten zu ermöglichen, eine Handlung umzusetzen, die ein bestimmtes Ergebnis zum Ziel hat. Die Themenauswahl im Nutzwertjournalismus ist stets handlungsorientiert, umsetzungsorientiert und ergebnisorientiert (Was tut der Leser, wie und mit welchem Ziel tut er es?) und unterscheidet sich somit von anderen, ereignisorientierten Kommunikationsabsichten (Was ist passiert?). Das Ergebnis der Handlung sollte beim Rezipienten eine (aus seiner Sicht) positive Veränderung in seinem individuellen Leben bewirken, er sollte somit einen individuellen Nutzen hat (siehe praktischer Nutzen). Bloße Informationsvermittlung (auch: das Anhäufen von Wissen) oder reine Unterhaltung stehen nicht im zentralen Fokus Nutzwert-journalistischer Produkte. [weiter] |
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