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Freitag, 6. März 2009 Presserat: Illegaler Nutzwert gefährdet Ansehen der Presse
Erstmals ist der Deutsche Presserat mit der Begründung, das Ansehen der Presse gerate in Gefahr, gegen eine nutzwertjournalistische Berichterstattung vorgegangen. Er sprach mit einer öffentlichen Rüge das schärfste Sanktionsmittel gegen die Computerzeitschrift PC-Welt (Verlag IDG Magazine Media GmbH) aus. Ausführlich hatte sie in der Ausgabe 10/2008 illegale Hackertools vorgestellt. Wenn eine Zeitschrift „Gebrauchsanweisungen“ für verbotene Software gibt, entspreche dies nicht den journalistischen Grundsätzen, wie sie in Ziffer 1 des Pressekodex festgelegt sind, erklärte der Presserat. Dass sich die Leser durch die Nutzung verbotener Programme strafbar machen können, hat für die Entscheidung des Presserats offenbar keine Rolle gespielt. In dem PC-Welt-Beitrag „Verbotene Hackertools“ weist der Autor ausdrücklich auf die Rechtslage hin: „Wir haben 15 Programme (...) herausgesucht, deren Einsatz nach derzeitigem Stand der Dinge wohl als illegal angesehen werden muss“, heißt es darin. In zwei Kästen zitiert der Artikel die entsprechenden Gesetze, der überwiegende Teil des vierseitigen Beitrags ist jedoch der Beschreibung der Programme gewidmet. Unter ihnen befindet sich Software zum Knacken von Passwörtern, Kopieren geschützter DVDs und ein Baukasten für Internet-Würmer. Der Artikel kann derzeit noch für 30 Cent als E-Paper online gekauft werden. (ek) |
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