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  1. Was ist Nutzwert-J.?
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  6. Dissertation Eickelkamp
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  7. Abstract
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  8. Inhaltsverzeichnis
    14. Aug 10, 12:46
  9. Inhaltsverzeichnis
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  10. Inhaltsverzeichnis
    14. Aug 10, 12:36
Freitag, 27. März 2009

Wirtschaftsjournalismus hat versagt, Nutzwertjournalismus nicht?

 

Greg Ip (F: KJS)

Die Meinungen zur Frage, ob Finanz- und Nutzwertjournalismus in der Krise versagt haben, ist unter Journalisten umstritten, wie der Kölner Stadt-Anzeiger vom „Tag des Wirtschaftsjournalismus“ der Kölner Journalistenschule berichtet. Greg Ip zufolge, US-Wirtschaftskorrespondent des US-Magazins The Economist, hätten Finanzjournalisten seit 2001 sehr wohl immer wieder vor dem Platzen der Immobilienblase und den Folgen für den Finanzmarkt gewarnt. Das versuchte er vor den anwesenden Wirtschaftsjournalisten mit diversen Artikeln zu belegen. „Aber wenn Sie etwas zu oft sagen, hört irgendwann niemand mehr hin.“ Und: Weil viele Medien sich nur auf tagesaktuelle Nachrichten konzentrieren würden, gingen die übergeordneten wirtschaftlichen Zusammenhänge verloren.

Selbstkritischer zeigte sich Werner Zedler, Chefredakteur des Verbrauchermagazins Guter Rat (Burda). „Wir haben uns alle vergaloppiert, haben zu spät nachgefragt und das Kleingedruckte nicht gelesen.“ Er warb aber auch um Verständnis für die Nöte der Macher. Anlegermagazine müssten eben einerseits den Wunsch vieler ihrer Leser bedienen, innerhalb kurzer Zeit Vermögen zu bilden, andererseits hätte man klar schreiben müssen, dass dies seriös nicht möglich sei.

Hier wird der Unterschied zwischen Nutzwertjournalismus, der in diesem Fall lediglich Anlagetipps gibt, und analytischem Wirtschaftsjournalismus deutlich. „Der Nutzwertjournalismus hat nicht versagt“, fasst Thomas Hütsch, Leiter der Wirtschaftsredaktion Fernsehen beim Hessischen Rundfunk, zusammen. „Wir können nicht in die Strukturen schauen. Wir sind an die makroökonomischen Themen nicht herangekommen.“

Das hatte der Hamburger Medienwissenschaftler Siegfried Weischenberg schon im Dezember kritisiert: „Dass diese Blase irgendwann platzen würde, war keine große Überraschung. Den Medien konnte man das aber nicht entnehmen. Ganz pauschal formuliert: Der Journalismus, speziell der Wirtschaftsjournalismus, ist als Frühwarnsystem weitestgehend ausgefallen.“ Ein Grund laut Weischenberg: Ausreichende Ressourcen für die Recherche fehlten, weil überall gespart und gestrichen werde. (jok/ek)


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