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Dienstag, 29. September 2009

Endlich: Deutscher Presserat stellt PR-Trennungs-Leitfaden vor

 

Auf seiner diesjährigen Jahrespressekonferenz am 22. Oktober will der Deutsche Presserat in Berlin seinen bereits mehrfach angekündigten PR-Trennungs-Leitfaden vorstellen. 

Der Leitfaden zur Trennung von Redaktion und Werbung im Printjournalismus soll Beispiele aus der Spruchpraxis sowie Ausrisse und Erläuterungen in einer Fallsammlung zusammenfassen. Der Presserat will damit die Transparenz der Entscheidungen des Presserates erhöhen und gleichzeitig den Redaktionen eine Hilfe bei der täglichen Arbeit bieten. Zitat: „Der Presserat möchte hiermit allen Journalisten, Verlegern und auch den Anzeigenverantwortlichen die Kriterien der Beschwerdeausschüsse für eine saubere Trennung (...) verdeutlichen.“

Gerade im Bereich des Nutzwertjournalismus gibt es immer wieder Versuche, PR-Texte als journalistische Produkte auszuweisen. Das Trennungsgebot ist in Ziffer 7 des Pressekodex festgeschrieben und hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, die Zahl der Beschwerden über eine mögliche Verletzung des Trennungsgrundsatzes stieg. Die Beschwerdeausschüsse des Presserats behandelten zur Ziffer 7 des Pressekodex 19 Fälle im Jahr 2004, 32 Fälle 2005, 52 Fälle im Jahr 2006 und 72 Fälle im Jahr 2007.

Eine Überschreitung der Grenze zur Schleichwerbung liegt demnach insbesondere dann nahe, wenn einer der folgenden drei Sachverhalte zutrifft: (a) Die Veröffentlichung geht über ein begründetes öffentliches Interesse hinaus. (b) Sie geht über das Informationsinteresse der Leser hinaus. (c) Sie ist von dritter Seite bezahlt bzw. durch geldwerte Vorteile belohnt (Richtlinie 7.2).

Der PR-Leitfaden sollte ursprünglich bereits 2007, dann im Frühjahr 2009 erscheinen.

Zudem will der Presserat auf der Pressekonferenz sein Jahrbuch 2009 vorstellen und über die Spruchpraxis des vergangenen Jahres berichten, darunter die Beschwerden zum Amoklauf in Winnenden und die daraus gezogenen Lehren für die Berichterstattung. Auch soll es um die Erfahrungen mit der Freiwilligen Selbstkontrolle für journalistisch-redaktionelle Seiten im Online-Bereich gehen, die der Presserat seit Beginn des Jahres übernommen hat. (jok)


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